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Winterschutz von Exoten

Möchte man sich den Traum von exotischen Pflanzen im eigenen Garten erfüllen, so stellt der angemessene Winterschutz der Exoten in unseren lang-anhaltenden, feucht-kalten Wintern die größte Herausforderung dar.

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2014/15 chinesische Hanfpalme
2015/16 Bambus
2015/16 chinesische Hanfpalme
2015/16 chinesische Hanfpalme
2015/16 chinesische Hanfpalme
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2015/16 chinesische Hanfpalme
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2015/16 chinesische Hanfpalme
2015/16 chinesische Hanfpalme
2015/16 chinesische Hanfpalme
2015/16 chinesische Hanfpalme
2015/16 chinesische Hanfpalme
2015/16 chinesische Hanfpalme
2015/16 japanische Faserbanane
2015/16 japanische Strauchspiere
2015/16 Pampasgras
2015/16 Yucca gloriosa
2015/16 Yucca gloriosa
2016/17 chinesische Dattel
2016/17 chinesische Hanfpalme
2016/17 chinesische Hanfpalme
2016/17 Exotengarten
2016/17 Exotengarten
2016/17 Exotengarten
2016/17 Exotengarten
2016/17 Exotengarten
2016/17 Exotengarten
2016/17 Exotengarten
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2016/17 Harlekinweide
2016/17 Indianerbanane
2016/17 japanische Faserbanane
2016/17 japanische Strauchspiere
2016/17 Oleander
2016/17 Yucca gloriosa
2016/17 Yucca gloriosa
2016/17 Yucca gloriosa
2016/17 Yucca rostrata
2016/17 Yucca rostrata
Schutzmaßnahmen

Droht Frost, bieten sich generell verschiedene Schutzmaßnahmen an:

  • Umbauung / Umhausung (Schutzbau)
  • Verpackung (mit Vlies, Kokosfasermatten, Decken, Strohmatten, Steinwolle, o.ä.)
  • Wurzelschutz (mit speziellen Schutzmatten, Mulch, Laub, Schnee, o.ä.)

Auch das Einsprühen der kompletten Pflanze kann bei Frost helfen. Das Wasser gefriert und hüllt die Pflanze in einen schützenden ‚Eismantel‘.

Man unterscheidet zwischen aktivem + passiven Schutz. Aktiver Schutz erweitert den passiven Schutz um eine Heizquelle. Passiver Schutz kann das Eindringen der Aussentemperatur zwar verzögern, aber dauerhaft nicht verhindern. Ist es also längere Zeit sehr frostig, kommt man um eine Beheizung nicht herum.

Als Beheizung eignet sich z.B.:

  • Frostwächter
  • Heizlüfter
  • Heizkabel
  • Lichterkette / Lichterschlauch
  • Kerze (z.B. Grabkerze)
  • Glühbirne

Um die Heizquelle automatisch temperaturabhängig zu schalten, bietet sich zudem der Einsatz eines Thermostats an. Für extreme Minusgrade bietet sich hierzu z.B. das sehr beliebte UT-200 / UT-300 an.

Schutzbauten

Es gibt eine Reihe fertiger Kauflösungen, z.B.:

  • Spezial-Schutzgestelle
  • Gewächshäuser
  • Zelte

Neben den fertigen Lösungen bieten sich auch Eigenkonstruktionen an, z.B.:

  • Gestelle aus Kanthölzern und Holzverbindern / Scharnieren
  • Gestelle aus Abwasserrohren (HT Rohre = Hochtemperatur-Rohre)
  • Gestelle mit Holzpfählen und Maschendrahtgewebe (z.B. für Bananen)
  • Komposter (Stecksystem)
  • Regentonne, ggf. ohne Boden zum Drüberstülpen (für größere Pflanzen)
  • Eimer, ggf. ohne Boden zum Drüberstülpen (für kleinere Pflanzen)

Als Aussenhaut des Schutzbaus bieten sich verschiedene Materialien an:

  • Doppelstegplatten
  • Gewebeplane
  • Gitterfolie
  • Luftpolsterfolie
  • Plexiglasscheibe
  • Styropor- / Styrodurplatten
  • Vlieshauben
  • Laubsack / Bigbags

Bei der Wahl des Schutzbaus sollte man folgende Kriterien beachten:

  • maximale Isolation gegen Kälte
  • Lichtdurchlässigkeit (insbesondere für immergrüne Pflanzen)
  • Atmungsaktivität (gegen Schwitzwasser) oder gute Belüftungsmöglichkeit
  • schnelle Auf- + Abbau-Möglichkeiten
  • Robustheit gegen Wind und Schnee
  • Hitzebeständigkeit bei Beheizung
  • Erweiterbarkeit (so dass der Bau über die Jahre mit der Pflanze ‚mitwachsen‘ kann)
Grundregeln des Winterschutzes
Nr. Regel Beschreibung
1 Frühzeitige Planung verhindert böse Überraschungen! Den erforderlichen Materialbedarf für den Winterschutz sollte man frühzeitig kalkulieren + besorgen, um z.B. etwaigen Lieferengpässen entgegen zu wirken.
2 Kaliumdünger steigert die Frosthärte! Ab Anfang August sollte man zur Wintervorbereitung auf kaliumhaltigen Dünger umstellen. Stickstoffhaltigen Dünger sollte man auf alle Fälle vermeiden, da er zu einer verlängerten Wachstumsperiode führt, was dem Verholzen entgegen wirkt und damit die Frosthärte von verholzenden Pflanzen reduziert.
3 Einpacken hilft nur kurzfristig! Da Pflanzen im Gegensatz zu Menschen keine Eigenwärme erzeugen, verzögert das dicke Einpacken einer Pflanze das Eindringen der Kälte, kann es aber nicht dauerhaft verhindern. Bei dauerhafter Kälte hilft das Einpacken nur in Verbindung mit einer Wärmequelle.
4 Temperaturschwankungen vermeiden! Starke Temperaturunterschiede sind für die meisten Pflanzen im Winter eine Belastung. Wird es tagsüber wiederholt zu warm, gehen die Pflanzen nicht in die Winterruhe. Temperaturschwankungen kann man durch Schattierung mit lichtdichten, luftdurchlässigen Materialien mindern. Schattierung hilft darüber hinaus ggf. bei kalten Winden. Lichtdurchlässige, luftdicht verschlossene, unbeheizte Schutzbauten (oder Gewächshäuser) haben genau den gegenteiligen und damit schädlichen Effekt (Treibhaus-Effekt).
5 Schnee ist ein guter Frostschutz! Eine dichte Schneedecke wirkt wie eine Isolationsschicht, die das Endringen starker Frosttemperaturen in die abgedeckten Pflanzenteile, insbesondere das Wurzelwerk, stark verzögert. Man sollte die Schneedecke daher nicht entfernen, sondern – im Gegenteil – um die Pflanzen anhäufeln.
6 Je größer die Pflanze, desto aufwändiger der Winterschutz! Je größer eine Pflanze ist, desto aufwändiger gestaltet sich der Winterschutz, sowohl zeitlich als auch kostenseitig (Material und Heizkosten).
7 Zu lange angebrachter Winterschutz kann genauso schädlich sein wie zu kurzer Schutz! Bei der Fragestellung, wie lange man eine Pflanze schützen soll, wann man also den Winterschutz auf- bzw. wieder abbaut, sollte man sich in den kritschen Monaten Woche für Woche die Vorhersage für die nächsten 1-2 Wochen anschauen und auf der Basis angemessen mutig entscheiden.
8 Zu viel Winterschutz kann genauso schädlich sein wie zu wenig Schutz! Jede Winterschutzmaßnahme bedeutet eine Beeinträchtigung der Pflanze, sei es zu hohe Temperaturen, zu wenig Licht o.ä.. Schäden treten z.T. erst im nächsten Frühjahr auf. Verspätetes Wachstum ist z.B. oftmals das Ergebnis eines zu starken Winterschutzes (insbesondere des Blattwerks), weshalb die Pflanzen das Stresshormon Abcissinsäure ausschütten, welches im Frühjahr erst abgebaut werden muss, bevor die Pflanze wieder wächst. Die Angemessenheit des Winterschutzes ist daher Woche für Woche auf Basis der Vorhersage für die nächsten 1-2 Wochen zu hinterfragen und sollte im Verlauf eines Winters bei Bedarf immer wieder situativ flexibel angepasst werden können. Der Aufwand für das flexibele Anpassen des Winterschutzes an das aktuelle Klima sollte daher so gering wie möglich gehalten werden.
9 Frosthärte sollte man nicht ausreizen! Spätestens bei Temperaturen 5° oberhalb der (realistischen) Frosthärte einer Pflanze sollte man für angemessenen Winterschutz sorgen.
10 Frosttoleranz kann nur bedingt anerzogen werden! Es ist ein Irrglaube, man könne die Frosttoleranz von Pflanzen generell dadurch deutlich erhöhen, dass man sie Jahr für Jahr etwas tieferen Temperaturen aussetzt. Untersuchungen zeigen, dass sich z.B. die Frosthärte von Hanfpalmen unabhängig von Standort maximal um +/-1° unterscheidet, dass also die Frosthärte bei der Hanfpalme bis auf Nuancen genetisch festgelegt ist und nicht ‚modifiziert‘ werden kann.
11 Feuchtigkeitsempfindliche Pflanzen brauchen Nässeschutz! Pflanzen aus sehr trockenen Gegenden – insbesondere Wüstenpflanzen wie Kakteen und Yuccas – reagieren im Winter sehr allergisch auf Feuchtigkeit. Für diese Exoten empfiehlt sich – gerade im Winter – ein Regendach.
12 Lüften, lüften, lüften! Um Pilzbefall zu verhindern, muss die Pflanze im Winter regelmäßig belüftet werden, insbesondere nach längeren Phasen mit luftdichter Verpackung, z.B. mit Luftpolsterfolie.
14 Frisch ausgepflanzte oder schwache Pflanzen benötigen besonders viel Schutz! Etablierte, gesunde Pflanzen sind frosthärter als frisch ausgepflanzte oder schwache Pflanzen, da sie i.d.R. genügend Reserven haben. Besonders gefährdet sind ältere Pflanzen, die frisch ausgepflanzt sind, da sich ältere Pflanzen besonders schwer mit dem Anpassen an das neue Umfeld tun.
14 Jungpflanzen sind besonders frostempfindlich! Je dicker und verholzter Stamm, Äste und Zweige, desto besser ist die Pflanze gegen Frost geschützt. Jungpflanzen sind entsprechend weniger frosttolerant als adulte Pflanzen. Vorsicht: die Frosthärteangaben von Pflanzen beziehen sich – verkaufsfördernd – meist auf gesunde, adulte und etablierte Pflanzen, die so für Jungpflanzen nicht gelten.
15 Adulte Pflanzen sind wenig anpassungsfähig! Wie es die Redensart ‚Einen alten Baum verpflanzt man nicht‘ schon heisst: adulte Pflanzen sind nicht mehr so anpassungsfähig. Pflanzen, die älter als 5 Jahre sind und ganz andere klimatische Bedingungen gewohnt sind, sollte man daher besser nicht mehr verpflanzen.
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