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Väterchen Frost schickt seinen grossen Bruder Der bitterkalte Jahrhundert-Januar 2017

Am 05.01.2017 haue ich noch einen vollmundigen Bericht raus, der belegen soll, dass die Panikmache vieler Exotenliebhaber vor den frostigen Wintern bei uns vollkommen übertrieben ist, da straft mich Väterchen ‚Frost‘ Lügen und schickt mal eben seinen großen Bruder ‚Dauerfrost‘ bei uns in Bayern vorbei …

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So schnell geht’s: gerade einmal 1 Tag nach meinem Bericht vom 05.01. erreicht die Nacht vom 06. auf den 07.01. bei uns Tiefstwerte von -18.5°C, in den mir vorliegenden Wetterdaten der letzten 12 Jahre absoluter Tiefstwert in unserer Gegend. Auch wenn sich die nächsten Tage die Tiefsttemperaturen wieder über -10.0°C einpendeln, beginnt ab 16.01. eine 10-tägige Dauerfrostphase, nächtlich fast durchgängig mit Strengfrost zwischen -13.0°C und -15.0°C. Der kälteste Januar seit 30 Jahren hier! Und der Februar steht noch vor der Tür. Die meisten Exoten sind den Januar durchgängig unbelüftet dick eingepackt und z.T. beheizt.

Anfang Februar öffne ich erstmals meine Schutzbauten und schaue, wie es um die Pflanzen steht. 2 der 3 Hanfpalmen riechen nach frischem Heu, ein Indiz, dass mindestens die äußeren Wedel Frostschäden haben, womöglich auch durch die Luftpolsterfolie. Die Blätter vom Oleander und den 2 Bambussen machen einen sehr vertrockneten Eindruck. Der Olivenbaum verliert einige Blätter, die Seidenakazie hat alle verloren.

War mein Bericht Väterchen Frost kommt also zu optimistisch? Schauen wir uns die Kernaussagen noch einmal an:

  • ‚… extrem frostharte Exoten (über -20°C) wie z.B. Indianerbananen oder viele Yuccas hätten alle Winter die letzten 10 Jahre komplett ohne Frostschutz überlebt…‘ Gilt vermutlich auch für diesen Winter!
  • ‚… sehr frostharte Exoten (über -15°C) wie z.B. Hanfpalmen hätten alle Winter die letzten 10 Jahre mit einfachem passiven Frostschutz überlebt, 8 der letzten 10 Winter sogar komplett ohne Frostschutz…‘ Das wäre dieses Jahr auf alle Fälle sehr eng geworden
  • ‚… gut frostharte Exoten (über -10°C) wie z.B. Kakibaum, Faserbanane oder chinesische Dattel benötigen pro Winter im Schnitt gerade einmal 4 Tage einen Frostschutz…‘ Schauen wir mal: Kakibaum und chinesische Dattel waren bei mir komplett ungeschützt, eine Faserbanane nur passiv geschützt!
  • ‚… ein mehrmonatiger Winterschutz ist für gut frostharte Exoten i.d.R. absolut unangemessen…‘ Zumindest 6 Wochen war der Winterschutz nun diese Saison geschlossen
  • ‚… der Auf- + Abbau des Winterschutzes sollte für gut frostharte Exoten immer situativ und niemals auf Basis ungesicherter Eventualitäten erfolgen…‘ Passt auch diesen Winter: die Wettervorhersagen sind 1 Woche in die Zukunft relativ verlässlich!
  • ‚… die Wettervorhersagen sind bis maximal 1 Woche im Voraus halbwegs verläßlich / geeignet, um bzgl. Winterschutz ggf. aktiv zu werden; auf weiter in der Zukunft gelegene Vorhersagen sollte nicht reagiert werden…‘ Passt auch diesen Winter: siehe oben!

Für ein abschließendes Fazit müssen wir sicher noch bis ca. Mitte März warten und dann schauen, wie es den Exoten wirklich ergangen ist. Wenn jetzt aber nicht noch die ganz großen negativen Überraschungen diesen Winter kommen, würde ich mit meinen Winterschutz-Maßnahmen die nächsten Winter weiter verfahren wie bisher. Für Extremwinter wie diesen sind meine Kernaussagen sicher grenzwertig und womöglich so nicht haltbar. Aber der Bericht zielte auf das Gros der Winter, nicht auf die extremen Ausnahmen, auf die ich auch in Zukunft gerne verzichten würde…


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