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Chinesische Hanfpalme: Pflege Trachycarpus Fortunei

Eine kräftig wachsende Hanfpalme erfordert während der Vegetationsphase eine entsprechende intensive Pflege. Pflegefehler werden allerdings verziehen.

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Allgemein

Hanfpalmen sind während der Vegetationsphase warm-feuchtes Klima + einen nährstoffreichen Boden gewöhnt. Demgegenüber sind die Sommer in Deutschland relativ kühl (mit wenigen Sonnenstunden) und trocken.

Düngung

Ausgepflanzte Hanfpalmen freuen sich als Starkzehrer über eine 2-wöchentliche Düngung während der Vegetationsphase. Palmendünger sollte dabei einen relativ geringen Anteil an Phosphor haben. Für Hanfpalmen eignen sich Vollddünger mit N-P-K-Verhältnissen von etwa 2-1-2 bis 3-1-3 und dazu proportionale Mischverhältnisse, idealerweise mit einem Magnesium-Zusatz.

Bewässerung

Generell führen 3 Effekte dazu, dass Pflanzen selbst kleinste Wassertröpfchen aufnehmen und bis in die Blattspitzen transportieren können. Zum einen nehmen Pflanzen Wasser durch Unterdruck auf, eine Saugwirkung, die durch die Verdunstung der Blätter entsteht. Zum zweiten nehmen Pflanzen Wasser durch Überdruck in den Wurzeln auf, der insbesondere im Frühjahr entsteht, wenn es aufgrund fehlender Belaubung noch keine Saugwirkung durch die Blätter gibt, die Wurzeln sich aber mit Wasser vollgepumpt haben. Und zum dritten nehmen Pflanzen Wasser durch den Kapillareffekt auf, der entsteht, wenn das Wasser durch dünne Haarwurzeln und enge Leitbahnen aufgrund seiner Oberflächenspannung – entgegen der Schwerkraft – nach oben ‚gezogen‘ wird.

Zwei dieser Effekte kommen bei Palmen leider nicht zum Tragen: zum einen sind Palmen immergrüne Pflanzen, weshalb der Wurzelüberdruck nicht auftritt und zum anderen haben Palmen dicke Adventivwurzeln (und nur wenige Haarwurzeln), so dass die Kapillarwirkung nicht im gewünschten Maß funktioniert. In Konsequenz sollte der Wassergehalt im Boden relativ hoch sein, damit Palmen das Wasser in ausreichendem Maß aufnehmen können.

Hinzu kommt, dass Hanfpalmen an ihrem Naturstandort während der Sommermonate in einem monsunähnlichen Klima mit massiven Regenmengen wachsen. Demgegenüber ist die Regenmenge in Deutschland im Sommer sehr gering.

Hanfpalmen benötigen daher für ein gesundes Gedeihen sehr viel Wasser. In den Sommermonaten kann man Hanfpalmen praktisch nicht überwässern, auch, weil sie ggü. Staunässe eher unempfindlich sind. Ausreichend Wasser in der Vegetationsphase ist i.ü. der entscheidende Faktor für das (schnelle) Wachstum der Palme, weniger der Dünger.

Als immergrüne Pflanze benötigen Hanfpalmen auch im Winter Wasser, da allerdings nur in geringen Mengen nach langen Bodenfrostphasen, in denen die Palme kein Wasser aufnehmen kann.

Regenwasser ist ideal zur Bewässerung. Hartes Leitungswasser ist auf Dauer eher kritisch, da hierdurch der Boden verkalken und in den alkalischen Bereich geraten kann. Giesswasser sollte generell nicht zu kalt sein.

Schnitt

Grünes Blattwerk sollte generell nicht entfernt werden, weil man damit die Hanfpalme wichtiger Nährstoffe beraubt. Erst, wenn der Fächer komplett gelb oder braun ist, hat die Palme den Blättern alle Nährstoffe entzogen und der Wedel kann (rein aus optischer Sicht) an der Blattbase auf 5-10cm Länge abgeschnitten werden. Möchte man so lange nicht warten, kann man auch, wenn einzelne Blätter von der Spitze her gelb werden bzw. vertrocknen, diese Blattspitzen abschneiden. Vorsicht: in dem Fall sollte man keinesfalls ins gesunde grüne Gewebe schneiden, sonst frisst sich der vertrocknete Bereich weiter!

Vermehrung

Hanfpalmen lassen sich ausschließlich generativ über Samen vermehren.


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