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Chinesische Hanfpalme: Kauf + Auspflanzung Trachycarpus Fortunei

Eine robuste, gesunde Hanfpalme, die fachmännisch ausgepflanzt wird, bewahrt einen vor späterem erhöhten Schutz- und Pflegeaufwand und der einen oder anderen Enttäuschung.

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Kauf

Zeitpunkt

Am günstigsten sind Hanfpalmen zu Winterbeginn, weil viele Geschäfte Platz und Aufwand für die Überwinterung der Palmen vermeiden wollen.

Historie

Das Herkunftsland einer Palme läßt sich nicht immer zweifelsfrei ermitteln. Generell ist jedoch eine etablierte Hanfpalme, die in einem klimatisch vergleichbaren Land den einen oder anderen Winter draussen verbracht hat, zu preferieren. Idealerweise kommen die Palmen aus Ungarn oder Südtirol, Palmen aus Süditalien oder Spanien sind weniger geeignet. Diese Palmen haben i.d.R. bereits kräftigere Stämme, Petiolen und Blätter ausgebildet, die unsere Winter besser überstehen können.

Vermeiden sollte man Importware (sogenannte ‚China-Ware‘), da es sich hier oftmals um Palmen handelt, die in ihrem Heimatland auf dem Feld gezogen wurden und erst kurz vor dem Kauf – zur Minimierung der Transportkosten – mit viel zu kurz abgestochenen Wurzeln versendet werden. Diese Palmen sind unser Klima nicht gewohnt, sind durch eine mehrtätgige Verfrachtung geschwächt und haben mit dem kurzen Wurzelwerk keine gute Basis.

Dagegen ist eine in Mitteleuropa im Topf gezogene und volldurchwurzelte Hanfpalme um einiges robuster, selbst, wenn diese im Gewächshaus und nicht im Freiland gezogen wurde. Palmen aus Mitteleuropa sind daher meist deutlich teurer. Gewächshauspalmen erkennt man i.ü. oft daran, dass sie in Torf-Substrat stehen.

Anbieter

Bau- und Supermarktpalmen haben i.d.R. einige Zeit geschützt, gut temperiert und bei schwachem Licht im Geschäft gestanden und sind daher oftmals wenig robust bzw. stark vergeilt.

Bei Internet-Anbietern kauft man meist auf Basis von wenig aussagekräftigen Beispielbildern und läuft Gefahr, Importware zu erstehen.

In Fachgeschäften zahlt man i.d.R. am meisten, erhält aber oftmals bereits bei uns etablierte, robuste Palmen und kann diese vor dem Kauf ausgiebig begutachten.

Generell stellt sich beim Kauf die Frage, wieviel Risiko man für einen ggf. erheblich günstigeren Preis einer Pflanze zu gehen bereit ist. Neben dem höheren Anwachsrisiko kann es hierbei auch zu einer um 1 bis 2 Jahre längeren Etablierungsphase kommen.

Wurzelwerk

Wurzeln sollten weisslich und nicht braun, weich oder matschig sein. Braune Wurzeln sind i.d.R. abgestorben. Der Wurzelballen sollte eine angemessene Größe haben, also in einem angemessen großen Topf sitzen, der voll durchwurzelt ist.

Angemessene Topfgröße bedeutet:

  • Stammhöhe 50cm: Topfdurchmesser etwa 40cm
  • Stammhöhe 100cm: Topfdurchmesser etwa 50cm
  • Stammhöhe 150cm: Topfdurchmesser etwa 60cm

Für die Auspflanzung sollte die Hanfpalme wenigstens einen 30cm-großen Wurzelballen haben, um im 1. Winter bei Bodenfrost Wasser aus tiefergelegenen, noch nicht-gefrorenem Bodenbereichen bergen zu können.

Stamm

Je dicker der Stamm, umso robuster die Hanfpalme. Gerade bei der schnell wachsenden chinesischen Hanfpalme empfiehlt sich für die Auspflanzung eine Palme mit einer Stammhöhe von ca. 50cm. So kauft man eine Pflanze, die sich noch ausreichend an unser Klima anpassen kann und andererseits bereits so robust ist, dass sie die ersten Winter draussen überleben kann. Ganz nebenbei: kauft man eine Palme mit bereits recht langem Stamm, der dann auch noch pro Jahr 25cm oder mehr wächst, ist der Schutzaufwand im Winter sehr aufwändig und bereits nach wenigen Jahren nicht mehr realisierbar.

Blattkrone

Blattwerk und Petiolen sollten saftig grün sein (und keinesfalls hellgrün, gelb oder braun). Je mehr grüne Wedel eine Palme versorgen kann, umso kräftiger ist die Palme. Hat die Palme sehr lange, weiche Petiolen, handelt es sich ggf. um eine vergeilte, wenig rubuste Palme.

Insbesondere der Mittelspeer der Palme sollte immer einen frischen, gesunden Eindruck machen. Ist der Mittelspeer vertrocknet, von Schimmel befallen oder lässt sich gar rausziehen, so hat die Palme womöglich einen Wurzelschaden bzw. die lebensbedrohende Speer- / Herzfäule.

Auspflanzung

Standort

Die Wahl des richtigen Standortes (siehe: Standort / Makro- und Mikroklima) im eigenen Garten ist – insbesondere in nicht ganz so milden Gegenden Deutschlands – von entscheidender Bedeutung für den erforderlichen Pflegeaufwand: Hanfpalmen lieben einen vollsonnigen, windgeschützten Platz im Garten, vorzugsweise hausnah auf der Süd- oder Südwestseite des Hauses.

Ein vollsonniger Platz führt zu erhöhter Photosynthese, bei der Palmen in ihren grünen Pflanzenteilen aus Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate herstellen, aus denen sie sich selbst aufbauen. Ein vollsonniger Standort sorgt so für besseres Wachstum.

Zeitpunkt

Hanfpalmen sollten bei Auspflanzung idealerweise 3-5 Jahre alt sein. Jüngere Palmen sind noch nicht robust genug. Ältere sind nicht mehr so anpassungsfähig an das neue Umfeld. Die Auspflanzung sollte Mitte April bis Mitte Juni erfolgen (sobald keine längeren Frostphasen mehr zu erwarten sind), damit die Palme genügend Zeit hat, um bis zum ersten Freiland-Winter gut einzuwurzeln.

Pflanzloch

Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so tief und breit wie der Wurzelballen sein. Zunächst wird eine etwa 20cm-Drainageschicht (Blähtonkügelchen, Sand, Kies, Schotter) eingefüllt. Darüber schüttet man eine ca. 30cm-Schicht Erd- / Sandgemisch und gibt Langzeitdünger (z.B. Hornspäne) hinzu. Der Wurzelballen wird daraufhin eingesetzt und mit Erde seitlich fixiert.

Boden

Der Boden sollte durchlässig und leicht sauer mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 sein. Zu saurer Boden mit einem ph-Wert von unter 5,5 kann wichtige Nährstoffe schlechter aufnehmen. Mit Kalk kann man sauren Boden aufwerten. Hat der Boden einen ph-Wert von über 7,0, kann man dem mit schwefelarmen Ammoniak begegnen. Palmen bevorzugen ein Gemisch aus Torf, Lehm, Sand und Ton. Torf ist humusreich und neutralisiert den Kalkgehalt. Lehm erhöht die Standfestigkeit der Palme. Sand und Ton verhindern Staunässe und sorgen für bessere Durchlüftung.

Entweder kauft man spezielle Palmenerde oder mischt sich selber ein Substrat auf Kompostbasis mit etwas Lehm, Sand und Kies sowie Blähtonbruch oder Lavagranulat. Im Regelfall tut es auch ganz gewöhnliche Gartenerde oder sogenannte Einheitserde.


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