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Kaktus: Winterschutz-Methoden Cactaceae

Was die wenigsten Leute wissen: es gibt diverse Kakteen, die sich aufgrund ihrer Frosthärte und Nässeverträglichkeit hervorragend zur Auspflanzung in unseren Regionen eignen. Wählt man die richtige Art + Sorte aus, so kommt man in einem durchschnittlichen Winter in ganz Deutschland komplett ohne Kälte- und Nässeschutz aus.

zur Gallerie (Feigenkaktus)
zur Gallerie (Igelsäulenkaktus)

Viele Kakteen sind zwar starke Fröste gewohnt, manche kommen auch mit den sehr feuchten Wintern bei uns zurecht. Die größte Herausforderung für Kakteen stellt jedoch das Wechselspiel zwischen Frost- und Tauwetter bei uns im Winter dar.

Kälteschutz

Es gibt Kakteen, die Fröste bis -25°C (entspricht Klimazonen USDA5B) aushalten und damit in einem durchschnittlichen Winter in ganz Deutschland ohne bzw. mit leichtem Frostschutz kultivierbar sind.

Die Kälteschutzmaßnahmen lassen sich folgendermaßen abstufen:

Leichter Kälteschutz besteht aus einem einfachen Wurzelschutz, bei dem die Wurzeln mit Mulch, Laub o.ä. bedeckt und ggf. einer Plane bedeckt werden.

Mittlerer Kälteschutz erweitert den leichten Schutz um einen Jutesack, Vlies oder ähnliche atmungsaktive Materialien, die man dem Kaktus locker überzieht.

Starker Kälteschutz lässt sich entweder durch eine mit Styropor oder Luftpolsterfolie geschützte Umhausung realisieren. Zusätzlich wird der Kaktus beheizt, idealerweise über temperaturgesteuerte Heizkabel. Bei Kakteen ist – sobald es die Temperaturen zulassen – eine Belüftung des Winterschutzes ganz wichtig, um Pilzgefahr zu vermeiden.

Nässeschutz

Einige wenige Kaktus-Arten kommen bei uns – gute Drainage und sandiger, steiniger Boden vorausgesetzt – komplett ohne Nässeschutz aus. Die ‚kugeligen‘ Kakteen sind besonders nässeempfindlich. Neben der Kaktus-Art spielt hier natürlich auch die örtliche Niederschlagsmenge eine wesentliche Rolle. Bei Niederschlagsmengen über 800mm pro Jahr ist ein Nässeschutz empfehlenswert, bei über 1000mm zwingend erforderlich. München liegt beispielsweise bei etwa 810mm, also im Grenzbereich.

Die Nässeschutzmaßnahmen lassen sich folgendermaßen abstufen:

Leichter Nässeschutz ist durch geschickte Standortwahl erreichbar, z.B. unterhalb eines Dachvorsprungs, in Hauswandnähe oder hinter einer Wand, die den Kaktus Richtung Norden und Osten schützt. Idealerweise pflanzt man Kakteen an einer leichten Schräge oder auf einem Hügel, so dass Regenwasser abfließen kann.

Mittlerer Nässeschutz erweitert den leichten Schutz um eine Überdachung mit einem (idealerweise lichtdurchlässigen) Material, z.B. einer Glas- oder Plexiglasscheibe, Wellpolyester oder auch durchsichtige Baufolie. Der Regenschutz sollte mindestens auf 1 Seite offen sein, um luftig zu sein.

Starker Nässeschutz lässt sich durch eine Umhausung realisieren. Der Nässeschutz wird bereits sehr zeitig im Herbst installiert, damit der Kaktus mit einem sehr trockenen Boden in die ersten Frostnächte geht.


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