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Olivenbaum: Winterschutz-Methoden Olea europaea

Die Winterschutz-Methoden für ausgepflanzte Olivenbäume ähneln denen von Palmen. Aufgrund der bedingten Winterhärte der Olivenbäume in unseren Gegenden muss in ganz Deutschland ein starker Winterschutz vorgesehen werden.

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Unsere feuchten Winter mit extremen Tiefsttemperaturen + langanhaltenden Dauerfrost-Perioden bedeuten für Olivenbäume Stress. Im schlimmsten Fall entstehen dadurch Frostschäden:

Frostschaden Beschreibung
Wurzelschaden erkennt man an schwachen Neuaustrieben oder welkenden Blüten
Risse an Stamm + Zweigen treten im Frühjahr bei starkem Saftstrom + wechselnden Temperaturen um den Gefrierpunkt auf. Gefahr besteht auch bei Rindenverletzungen. Rissstellen sollten umgehend z.B. mit Strohband umwickelt werden, um Wassereintritt + das Gefrieren des Wassers zu verhindern. Kleinere Frostrisse verheilen im Frühjahr von selbst. Schält sich die Rinde ab, sollte geschnitten werden. Bei stärkeren Rissen (auch am Stamm) sollte unterhalb des Risses geschnitten werden
Zerstörtes Cambium erkennt man bei jungen Pflanzen außen an einer Schrumpfung + Braunfärbung der Rinde. Da zerstörtes Cambium (= die Schicht unter der Rinde) noch eine bestimmte Zeit seine grüne Farbe behält, bringt das Anritzen der Rinde erst ca. 2-3 Monate nach dem letzten Frost ein verlässliches Ergebnis. Ein besserer Test ist das Ablösen der Rinde: ist das nicht mehr einfach möglich, deutet dies auf zerstörtes Cambium hin. Geschädigtes Cambium kann sich durchaus wieder erholen
Kälteschutz

Da die hier vorgestellten Kälteschutz-Methoden aufeinander aufbauen, ist es empfehlenswert, den Schutz im Laufe eines Winters flexibel an die jeweilige Wetterlage anzupassen.

Leichter Kälteschutz besteht aus einem einfachen Wurzelschutz, bei dem die Wurzeln großzügig mit Mulch, Laub o.ä. bedeckt werden. Da feuchter Mulch / feuchtes Laub den Boden abkühlt, sollte der Mulch bzw. das Laub gegen Nässe abgedeckt werden. Leichter Kälteschutz ist erforderlich, sobald es Frost geben soll.

Mittlerer Kälteschutz erweitert den leichten Schutz um eine enge Umwicklung von Stamm und Krone mit Vlies, Jute, Schilf oder ähnlichen wasserabweisenden, atmungsaktiven Materialien. Vlieshauben mit Reißverschluss (zur flexibelen Belüftung + Bewässerung) eignen sich hier besonders gut. Alternativ bietet sich eine mit Styropor oder Luftpolsterfolie geschützte Umhausung an. Im Handel gibt es auch spezielle Winterschutzzelte, die aber ihren Preis haben. Mittlerer Schutz ist erforderlich, sobald es über einen längeren Zeitraum Nacht- oder Dauerfrost geben soll.

Starker Kälteschutz erweitert den mittleren Winterschutz um eine Beheizung, idealerweise über temperaturgesteuerte Heizkabel, lange Lichterketten (mit Glühbirnen, keine LED-Lampen) oder einen Heizlüfter. Dieser Schutz ist spätestens erforderlich, sobald Tiefsttemperaturen unter -10°C (nur bei besonders frostharten Olivenbaumsorten) zu erwarten sind.

Übrigens: während gesunde Olivenpflanzen auf Schnitt zumeist mit Neutrieben direkt unterhalb des Schnittes reagieren (acrotonisch), produzieren frostgeschädigte Pflanzen Neutriebe bei starkem Rückschnitt bodennah am unteren Stammende (basitonisch). Um einen unnötig-starken Rückschnitt + das bodennahe Austreiben zu verhindern, sollte man daher mit dem Rückschnitt erfrorener Zweige bis zum Juli warten.

Nässeschutz

Rissstellen und Wunden sollten verschlossen / abgedeckt werden, um den Wassereintritt + das Gefrieren des Wassers in der Wunde zu verhindern.


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