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Exotensaison 2014/15 Mein Exotengarten

Die Saison 2014/15 – meine inzwischen 4. Exotensaison – ist die Saison, in der mich das Exotenfieber so richtig packt. So pflanze ich u.a. meine erste Palme sowie diverse exotische Obstsorten (Banane, Kaki, Passionsfrucht, chinesische Dattel) aus. Dass alle Exoten den recht milden Winter (ohne echte Extremtemperaturen) – entgegen vieler Unkenrufe – schadlos überstehen, hätte ich nicht für möglich gehalten.

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Saison-Bilanz

Bepflanzung

Folgende Pflanzen haben es diese Saison in unseren Exotengarten geschafft (Pflanzenübersicht):

Pflanze Anzahl
Trachycarpus Fortunei (chinesische Hanfpalme) 1
Musa Basjoo (japanische Faserbanane in grün) 1
Passiflora caerula (blaue Passionsblume) 1
Ziziphus jujuba (chinesische Dattel) 1
Chimonanthus praecox (chinesische Winterblüte) 1
Diospyros kaki (Kakibaum) 1
Hibiscus syriacus ‚Red heart‘ (Straucheibisch, Scharonrose) 1
Magnolia ‚Soulangeana‘ (Tulpen-Magnolie) 1

Der Exotengarten nimmt langsam Gestalt an.

Klima

Die Vegetationsphase beginnt (gemäß Grünlandtemperatursumme GTS200) relativ zeitig am 18.03.2014 (historische Klimadaten).

Der folgende Winter gestaltet sich – zum Glück bei den ganzen ‚Neuankömmlingen‘ – recht mild.

Schutz & Pflege

Sowohl die Hanfpalme als auch die Faserbanane werden Ende Oktober bis Mitte März dick eingepackt geschützt.

Mein Winterschutz sah diese Saison entsprechend folgendermaßen aus:

Pflanze Schutzart Start Ende Dauer Bemerkung
Trachycarpus Fortunei Schutzbau offen 01.11.14 14.03.15 133 Tage  
Schutzbau geschlossen 29.12.14
31.01.15
04.01.15
07.01.15
13 Tage  
Musa Basjoo Schutzbau geschlossen 01.11.14 14.03.15 133 Tage  

Diagramm: Wintersaison 2014/15 – Temperaturen & Winterschutzmaßnahmen

Im Frühjahr 2015 stellen wir fest, dass unsere Exoten – vor allem unsere ‚Neuankömmlinge 2014‘ – den Winter ausnahmslos gut überstanden haben.

Letztlich muss man festhalten, dass der Winterschutz mit über 4,5 Monate insbesondere für die Hanfpalme grenzwertig lang angebracht war. Zwar habe ich die Palme bei halbwegs passendem Wetter immer ausgiebig gelüftet. Der Wurzelbereich war aber durchgehend gemulcht, der Stamm war ebenso lange dick mit Jutefilz eingepackt. Hier werde ich zukünftig definitiv mutiger agieren.

Mai 2014

Nachdem unsere alte Mauer Richtung Osten kurz vor dem Einsturz steht, bauen wir eine neue Mauer, wieder weiss gestrichen und mit roten Dachziegeln abgedeckt.

Juni 2014

Meine 1. Hanfpalme, eine Trachycarpus Fortunei, zieht Anfang Juni mit einer Stammhöhe von ca. 50cm in meinen Garten ein.

Wenig später pflanze ich meine erste Banane (als 10cm-Gewächs) aus, eine Musa Basjoo.

Juli 2014

Im Juli pflanze ich eine Passionsblume – eine Passiflora Caerula – relativ geschützt an einem Holzzaun aus. Die Pflanze kommt bereits als grosse Kletterpflanze an, ist aber im ersten Jahr stark mit dem Ankommen beschäftigt. Wachstum findet quasi nicht statt.

August 2014

Meine Magnolie ‚Genie‘ – eine Kreuzung aus einer Tulpen-Magnolie und einer Purpur-Magnolie ‚Nigra‘ – erlebt inzwischen den 3. Sommer (Pflanzung: 2012) in meinem Garten. Sie erreicht dieses Jahr ein für Magnolien tolles Wachstum von knapp 30cm, hat sehr viele, kräftige Blätter und bildet erstmals im August (eigentlich die Nachblüte-Zeit) 3 Blüten.

Oktober 2014

Die Banane ist nach kurzer Eingewöhnung bereits im ersten Sommer richtig gut angewachsen und erreicht in dieser Saison eine Höhe von ca. 80cm.

Ende Oktober wird die Hanfpalme für den Winter vorbereitet: eine Kokosmatte und Mulch im Wurzelbereich, Jutefilz um den Stamm, ein Schutzbau (der bei entsprechenden Minusgraden mit Vlieshaube oder Luftpolsterfolie geschlossen werden kann) und 2 Thermostat-gesteuerte Heizkabel (eins im Wurzelbereich, eins im Stamm- / Wedelbereich).

Für den Winter kürze ich die Banane auf ca. 40cm Scheinstamm ein, umbaue sie mit Hasenstallgitter, welchen ich ca. 50cm hoch mit Mulch auffülle und decke den Schutzbau mit einem Regentonnendeckel ab. Zur Sicherheit lege ich ein selbstreglierendes Heizkabel in den Schutzbau.

Die Passionsblume schneide ich radikal bis auf ca. 15cm zurück und mulche den Wurzelbereich großzügig.

Der anfangs so kümmerliche Bambus Fargesia Spez. Jiuzhaigou hat sich diese Saison prächtig entwickelt. Der Bambus ist übervoll mit Halmen, die z.T. schon die 3m-Marke reissen.

März 2015

Am 07.03.15 wird die Hanfpalme vollständig vom Winterschutz befreit. Die Palme hat ihren ersten Winter im Freiland überraschend gut überstanden.

Zeitgleich befreie ich die Banane vom Winterschutz. Der Scheinstamm ist nach dem Winter äußerlich vertrocknet, mittig ist aber saftiges Grün zu erkennen.

Auch ohne Winterschutz hat die Indianerbanane auch diese Saison den zweiten Winter 2014/15 anstandslos überstanden.

April 2015

Da es Mitte / Ende März nochmal die eine oder andere Frostnacht gibt, wird der Scheinstamm der Banane zusehends matschig, so dass ich ihn Anfang April auf Bodennähe zurückschneide. Ich war offensichtlich etwas voreilig mit dem Entfernen des Schutzbaus. Trotzdem sendet die Banane Ende April erste Lebenszeichen in Form kleiner Triebe. Die Banane hat den Winter offensichtlich überlebt.

Auch alle anderen Exoten haben den Winter – bis auf ein wenig Mulch ungeschützt – gut in meinem Garten überstanden.

Meine Saison-Erkenntnisse
1. es gibt auch Exoten, die man in Bayern ausgepflanzt durch den Winter bringen kann!
2. Geduld: Pflanzen brauchen in der Regel eine Saison zum ‚Ankommen‘
3. wenn immergrüne Pflanzen den Winter draussen nicht überstehen, sind sie oftmals vertrocknet und nicht erfroren; Hintergrund: über die Blätter wird laufend Feuchtigkeit abgegeben, die im Winter nicht nachgeführt werden kann, da der Boden gefroren ist (Frosttrocknis)
4. das Anlegen des Winterschutzes für Palmen sollte man nicht nach Kalender, sondern flexibel (+ ruhig etwas mutiger) nach Wetterlage durchführen
5. will man bei Musas den Scheinstamm über den Winter bringen, sollte man den Winterschutz erst dann entfernen, wenn sicher keine Minusgrade mehr zu erwarten sind

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