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Auspflanzung von Exoten

Herbstzeit ist Pflanzzeit. Diese Faustregel gilt für viele einheimische Pflanzen. Für die meisten exotischen Pflanzen gilt diese Regel aber nicht. Auch sonst sind bei der Auspflanzung exotischer Pflanzen einige Dinge zu beachten…


Standort

Die Wahl des Auspflanzstandortes ist wesentlicher Erfolgsfaktor für das Gedeihen von exotischen Pflanzen im eigenen Garten. Der perfekte Standort im Garten ist dort, wo das Mikroklima dem Naturstandort-Klima der jeweiligen Pflanze am nächsten kommt. Jede signifikante Abweichung vom Naturstandort-Klima muss andernfalls mit entsprechend aufwändigen Schutz- + Pflegemaßnahmen kompensiert werden. Es ist i.ü. ein Trugschluss, dass exotische Pflanzen generell aus heissen, trockenen Gegenden stammen. Hanfpalmen z.B. stammen aus dem Himalaya-Gebirge und sind extrem feuchte Sommer und sehr kalte Winter gewohnt.

Man unterscheidet zwischen Makro- und Mikroklima des Standortes. Während man das Makroklima im eigenen Garten nicht beeinflussen kann, bietet der eigene Garten z.T. extrem unterschiedliche Mikroklimazonen, die sich in gewissem Umfang auch noch ‚aufwerten‘ lassen.

Bei der Standortwahl ist zunächst zu klären, ob die jeweilige Pflanze einen schattigen, halbschattigen oder vollsonnigen Platz im Garten benötigt. Insbesondere exotische Obstbäume + -sträucher brauchen i.d.R. sehr viel Sonne, damit die Früchte bei uns ausreifen können.

Die meisten exotischen Pflanzen sind nur bedingt winterhart, weil sie die feuchten, kalten und langanhaltenden Winter bei uns nicht vertragen. Es empfiehlt sich in dem Fall ein Richtung Nordosten windgeschützter Standort auf der sonnigen Südseite des Hauses. Der Windschutz kann durch Mauern, Wände oder auch davor stehende Pflanzen erfolgen. Ein hausnaher Platz ist empfehlenswert, da die Pflanze so durch die Abwärme des Hauses ein paar Grad wärmer steht. Für nässeempfindliche Pflanzen – insbesondere Wüstenpflanzen wie Yuccas, Agaven oder Kakteen – kann eine Auspflanzung unter einem Dachvorsprung hilfreich sein.

Zeitpunkt

Da Pflanzen bei mildem Klima auch im Winter neue Wurzeln bilden, bietet sich für einheimische, laubabwerfende Pflanzen eine Pflanzung im Herbst an. So kann die Pflanze – bereits gut angewurzelt – im Frühjahr gut versorgt austreiben und entsprechend bereits im 1. Jahr gut wachsen. Pflanzt man im Frühjahr aus, ist die Pflanze im 1. Jahr insbesondere mit dem Anwurzeln beschätigt. Der gleichzeitige Austrieb im Frühjahr stresst die Pflanze.

Immergrüne Pflanzen (insbes. Palmen, Bambus, …) sollte man im Frühjahr auspflanzen. Da immergrüne Pflanzen auch im Winter über die Blätter Wasser verdunsten, muss die Pflanze bereits vor dem Winter ausreichend tief angewurzelt haben. Andernfalls ist die Pflanze bei gefrorenem Boden im Winter unterversorgt und kann vertrocken (‚Frosttrocknis‘).

Bedingt winterharte Pflanzen sollte man ebenfalls bereits im Frühjahr auspflanzen, so dass sie kräftig, gesund und gut angewurzelt in ihren 1. Winter gehen können. Viele Pflanzenteile werden erst nach dem 1. Winter so kräftig sein, dass sie in den folgenden Wintern resistenter gegen Frost sind (siehe hierzu auch: Umweltbedingte Variationen von Hanfpalmen).

Pflanzloch

Für Pflanzen, die in für sie idealem Boden ausgepflanzt werden, reicht es i.d.R. aus, wenn man das Pflanzloch minimal größer als den Wurzelballen gräbt.

Ist der Boden nur bedingt für die jeweilige Pflanze geeignet, sollte man das Loch ca. doppelt so tief und breit wie den Wurzelballen ausheben. Je nach Pflanze kann man so eine Drainage-Schicht und ein für die Pflanze perfekt abgemischtes Substrat einfüllen, bevor man den Wurzelballlen einsetzt. So gelingt das Einwurzeln besser.

Boden

Wie bei der Wahl des Auspflanzstandortes gilt auch für den Boden: je ähnlicher der Boden dem der jeweiligen Pflanze am Naturstandort ist, umso geringer fallen Schutz- + Pflegemaßnahmen aus. Dies betrifft in erster Instanz das Substrat, in welches man die Pflanze setzt, aber letztlich auch den Boden, in den sich die Wurzeln mit der Zeit ausbreiten.

Man unterscheidet 4 Hauptbodenarten:

  • Sand: grobe Körnung
  • Schluff: mittlere Körnung
  • Ton: feine Körnung
  • Lehm: Gemisch aus Sand, Schluff und Ton mit etwa gleichen Anteilen

Sandige Böden gelten als leichte Böden, da sie ackerbaulich leicht bearbeitbar sind. Tonige + lehmige Böden gelten dagegen als schwere Böden.

Wie unterscheiden sich die Bodenarten?

  • Lehmiger Boden kann Wasser besser speichern. Durstige Pflanzen (z.B. Bananen) benötigen bei dieser Bodenart weniger Zusatzbewässerung.
  • Lehmiger Boden gefriert aufgrund der besseren Wasserspeicherung schneller und länger. Im Winter müssen hier bei wenig frostharten Pflanzen erhöhte Wurzelschutzmaßnahmen ergriffen werden.
  • Lehmiger Boden ist nährstoffreicher. Starkzehrer (z.B. Palmen) benötigen hier i.d.R. weniger zusätzlichen Dünger.
  • Lehmiger Boden neigt zu Staunässe. Nässeempfindliche Pflanzen (insbesondere Wüstenpflanzen) reagieren hierauf allergisch. Pflanzt man solche Pflanzen in Lehmboden aus, so sollte man ein leichtes Substrat verwenden. Zur Vermeidung von Staunässe ist eine Drainage unterhalb des Substrates sinnvoll.
  • Lehmiger Boden reagiert langsamer auf Temperaturveränderungen, kühlt also nicht so schnell aus, erwärmt sich aber auch langsamer
  • Sandige Böden haben einen niedrigen ph-Wert (sauer), Ton- / Lehm-Böden einen hohen (neutral bis alkalisch). Abhängig vom ph-Wert des Bodens stehen der Pflanze dann bestimmte Nährstoffe mehr oder weniger stark zur Verfügung. Um Mangelerscheinungen zu vermeiden, gilt es entsprechend, den spezifischen Nährstoffbedarf der jeweiligen Pflanze und den Nährstoffgehalt des eigenen Bodens über eine entsprechende Düngung möglichst in Einklang zu bringen.
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